Die Arbeiten an Joomla 7 haben längst begonnen. Während Joomla 6 die aktuelle Generation des Content-Management-Systems bildet und kontinuierlich weiterentwickelt wird, arbeitet das Joomla-Maintenance-Team bereits an der technischen Grundlage für die nächste große Version. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt dabei nicht auf spektakulären neuen Funktionen, sondern auf einer Aufgabe, die für die langfristige Qualität eines CMS mindestens genauso wichtig ist: veralteten Code konsequent entfernen und die Codebasis für die Zukunft vorbereiten.
Am 6. Juni 2026 traf sich das Joomla-Maintenance-Team zu einem konzentrierten Entwicklungssprint. Dabei wurden mehr als 100 sogenannte Deprecation-Hinweise aus dem Joomla‑Core entfernt, über 25 Pull-Requests zusammengeführt und parallel zahlreiche Änderungen in der Entwicklerdokumentation vorgenommen. Inzwischen wurde die Arbeit bei einem zweiten Sprint fortgesetzt. Ein weiterer Joomla-7-Sprint ist für den 15. Oktober 2026 in Potsdam geplant – unmittelbar vor Beginn der Joomla World Conference. Die Entwicklung zeigt: Joomla 7 entsteht nicht als kompletter Neustart, sondern auf einer über Jahre gepflegten und schrittweise modernisierten technischen Basis.
Bei einer neuen Hauptversion eines Content-Management-Systems denken viele zunächst an neue Funktionen, eine veränderte Benutzeroberfläche oder zusätzliche Möglichkeiten für Website-Betreiber. Ein großer Teil der Entwicklungsarbeit findet jedoch wesentlich tiefer im System statt.
Joomla wird seit vielen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Dabei entstehen neue APIs, moderne Programmiermethoden ersetzen ältere Verfahren und Funktionen werden schrittweise überarbeitet. Damit bestehende Websites und Erweiterungen nicht bei jeder technischen Änderung sofort inkompatibel werden, verfolgt Joomla eine langfristig angelegte Strategie zur Abwärtskompatibilität.
Ältere Funktionen werden daher normalerweise nicht ohne Vorwarnung entfernt. Stattdessen werden sie zunächst als veraltet beziehungsweise deprecated gekennzeichnet. Entwickler erhalten dadurch Zeit, ihren Code auf aktuelle Methoden umzustellen.
Mit Joomla 7 erreicht dieser Prozess nun bei zahlreichen älteren Funktionen den nächsten Schritt: Code, dessen Ablösung bereits seit längerer Zeit angekündigt wurde, kann endgültig aus dem Core entfernt werden.
Am 6. Juni 2026 traf sich das Joomla-Maintenance-Team zu einem speziellen Sprint, der sich gezielt mit dieser technischen Bereinigung beschäftigte.
Das Ziel war eindeutig: Über Jahre angesammelten Legacy-Code identifizieren, prüfen und dort entfernen, wo längst moderne Alternativen zur Verfügung stehen.
Dabei wurden unter anderem ältere APIs, Hilfsmethoden und Funktionen untersucht, die aus früheren Architekturphasen von Joomla stammen. Für die entsprechenden Änderungen wurden Pull-Requests für den Entwicklungszweig von Joomla 7 vorbereitet, getestet und geprüft.
Ein solcher Sprint besteht dabei nicht einfach darin, möglichst viel alten Code zu löschen. Jede Änderung muss daraufhin kontrolliert werden, welche Auswirkungen sie auf den Joomla‑Core und auf Erweiterungen von Drittanbietern haben kann.
Genau diese sorgfältige Vorgehensweise gehört zu den wichtigen Eigenschaften professioneller Softwareentwicklung: Altlasten entfernen, ohne den Übergang für bestehende Projekte unnötig zu erschweren.
Der Begriff „deprecated“ bedeutet, dass eine Funktion, Klasse oder Programmierschnittstelle zwar aktuell noch vorhanden ist, aber nicht mehr für neue Entwicklungen verwendet werden sollte.
Stattdessen gibt es normalerweise eine modernere Alternative. Erweiterungsentwickler erhalten dadurch ausreichend Zeit, ihren Code anzupassen, bevor die alte Funktion in einer späteren Joomla-Generation endgültig entfernt wird.
Ein einfaches Beispiel: Eine ältere Methode funktioniert heute möglicherweise noch unter Joomla 6. Joomla weist Entwickler jedoch bereits darauf hin, dass diese Methode veraltet ist und künftig entfernt wird. Eine moderne Erweiterung sollte deshalb schon jetzt auf die vorgesehene neue API wechseln.
Diese Strategie verhindert abrupte technische Brüche und ermöglicht gleichzeitig, den Joomla‑Core langfristig sauber zu halten.
Der erste Maintenance-Sprint brachte bereits konkrete Ergebnisse. Nach Angaben des Joomla-Projekts wurden mehr als 100 Deprecation-Hinweise aus dem Core entfernt.
Hinzu kamen mehr als 25 erfolgreich zusammengeführte Pull-Requests. Parallel wurde auch die Entwicklerdokumentation aktualisiert. Mehr als 23 Pull-Requests wurden allein im Joomla Manual-Repository bearbeitet.
Gerade die Dokumentation ist bei solchen Änderungen entscheidend. Entwickler müssen nachvollziehen können, welche ältere Funktion entfernt wurde und welche moderne Alternative künftig verwendet werden soll.
Für Erweiterungsentwickler stehen entsprechende Migrationsinformationen zur Verfügung. Dadurch können Komponenten, Module, Plug-ins und Templates frühzeitig auf die kommende Joomla Generation vorbereitet werden.
Auf den ersten Blick wirkt das Entfernen alten Programmcodes weniger spannend als eine neue sichtbare Funktion. Für die langfristige Qualität eines CMS ist diese Arbeit jedoch enorm wichtig.
Bleibt veralteter Code dauerhaft im System, wächst die technische Komplexität immer weiter. Entwickler müssen alte und neue Verfahren parallel berücksichtigen, Tests werden umfangreicher und die Wartung wird schwieriger.
Eine kontrollierte Bereinigung bringt deshalb mehrere Vorteile:
Gerade bei einem Content-Management-System, das auf vielen Websites über Jahre hinweg eingesetzt wird, ist diese technische Pflege entscheidend.
Besonders relevant ist die Entwicklung für Anbieter und Entwickler von Joomla-Erweiterungen.
Viele Funktionen, die in Joomla 5 oder Joomla 6 noch aus Gründen der Abwärtskompatibilität vorhanden sind, können in Joomla 7 endgültig verschwinden. Erweiterungen, die weiterhin ausschließlich auf diese alten Funktionen zugreifen, müssen entsprechend angepasst werden.
Die Joomla-Entwicklerdokumentation nennt bereits zahlreiche APIs und Klassen, deren Entfernung für Joomla 7 vorgesehen ist. Dazu gehören unter anderem ältere Event-, Editor- und Captcha-APIs sowie verschiedene frühere Hilfsmethoden.
Für professionell gepflegte Erweiterungen ist das normalerweise kein unerwartetes Ereignis. Deprecation-Hinweise dienen gerade dazu, Entwickler lange im Voraus auf solche Änderungen hinzuweisen.
Deshalb ist es wichtig, Joomla Erweiterungen nicht nur danach auszuwählen, welche Funktionen sie heute bieten. Ebenso entscheidend ist, ob sie aktiv weiterentwickelt und regelmäßig an neue Joomla-Generationen angepasst werden.
Die Joomla Strategie zur Abwärtskompatibilität sieht vor, dass veraltete Funktionen dokumentiert werden und möglichst nachvollziehbare Alternativen zur Verfügung stehen.
Bestimmte ältere Funktionen können außerdem zeitweise über ein Kompatibilitäts-Plug-in weiter unterstützt werden. Dadurch erhalten Entwickler und Betreiber zusätzlicher Erweiterungen mehr Zeit für den Übergang.
Das ist besonders für professionelle Websites wichtig. Unternehmenswebsites werden häufig über viele Jahre betrieben und bestehen nicht nur aus dem Joomla‑Core. Templates, Plug-ins und individuell entwickelte Komponenten müssen bei einem Versionswechsel ebenfalls berücksichtigt werden.
Ein großer Versionssprung sollte deshalb grundsätzlich vorbereitet werden. Vor einer späteren Umstellung auf Joomla 7 müssen alle eingesetzten Erweiterungen und das Template auf ihre Kompatibilität geprüft werden.
Der Sprint im Juni war lediglich der Anfang. Inzwischen hat bereits ein zweiter Joomla Maintenance Sprint stattgefunden. Dabei wurde weiterer veralteter Code entfernt, zusätzliche Pull Requests wurden erstellt und geprüft und die Vorbereitungen auf Joomla 7 wurden weitergeführt.
Der nächste Termin steht ebenfalls bereits fest: Am 15. Oktober 2026 trifft sich das Maintenance-Team im Kongresshotel Potsdam zu einem weiteren Joomla-7-Sprint.
Dieser findet unmittelbar vor der Joomla World Conference 2026 statt, die vom 16. bis 18. Oktober ebenfalls in Potsdam veranstaltet wird.
Auch beim dritten Sprint soll der Schwerpunkt weiterhin auf der praktischen Arbeit am Joomla Core liegen: Code prüfen, Pull Requests bearbeiten und weitere technische Altlasten entfernen.
Damit wird deutlich, dass die Vorbereitungen für Joomla 7 inzwischen kontinuierlich fortgeführt werden.
Die Bereinigung des bestehenden Codes bildet nur einen Teil der zukünftigen Entwicklung. Die Joomla-Feature-Roadmap nennt für die kommende Generation verschiedene Bereiche, die weiterentwickelt werden sollen.
Dazu gehören unter anderem:
Ein Rate-Limiting-System könnte beispielsweise ermöglichen, bestimmte Aktionen innerhalb des Joomla-Cores und von Erweiterungen gezielt zu begrenzen. Dies kann unter anderem dabei helfen, automatisierte Angriffe auf Log-in- oder andere Formularfunktionen zu erschweren.
Bei automatisierten Workflows geht es darum, die bereits vorhandenen redaktionellen Workflows noch stärker mit zeit- oder ereignisgesteuerten Abläufen zu verbinden.
Die Joomla‑Roadmap ist allerdings ausdrücklich als dynamische Entwicklungsplanung zu verstehen. Funktionen können sich verändern, verschoben oder ergänzt werden. Ein einzelner Roadmap-Punkt ist deshalb nicht automatisch eine Garantie dafür, dass er exakt in dieser Form Bestandteil von Joomla 7 wird.
Für Betreiber einer aktuellen Joomla‑Website besteht wegen der laufenden Entwicklung von Joomla 7 zunächst kein unmittelbarer Handlungsdruck.
Entscheidend ist vielmehr, die bestehende Installation kontinuierlich aktuell zu halten. Wer heute eine gepflegte Joomla-6-Website betreibt und regelmäßig Core sowie Erweiterungen aktualisiert, schafft damit bereits eine gute Grundlage für zukünftige Versionswechsel.
Wir empfehlen insbesondere:
Wer dagegen über Jahre auf einer veralteten Joomla-Version bleibt, vergrößert den späteren Migrationsaufwand. Das haben wir in unserer täglichen Arbeit bei vielen älteren Joomla Installationen erlebt.
Die kontinuierliche Weiterentwicklung von Joomla begleitet auch unsere Arbeit seit mehr als zwei Jahrzehnten.
Unsere Webdesign-Agentur aus Hannover hat sich bereits vor über 20 Jahren auf Joomla spezialisiert. Seitdem haben wir Erfahrungen aus mehr als 500 Joomla-Websites gesammelt – von Joomla 1.5 über Joomla 2.5, Joomla 3, Joomla 4 und Joomla 5 bis zum aktuellen Joomla 6.
In dieser Zeit haben wir zahlreiche Versionswechsel, Migrationen und technische Veränderungen begleitet. Gerade diese langjährige Entwicklung zeigt, warum eine kontinuierlich gepflegte technische Basis so wichtig ist.
Viele Websites, die ursprünglich mit älteren Joomla-Generationen erstellt wurden, konnten über mehrere Entwicklungsstufen hinweg weitergeführt und modernisiert werden. Voraussetzung dafür sind gepflegte Erweiterungen, aktuelle Templates und eine professionelle Administration.
Die jetzt begonnene Bereinigung für Joomla 7 ist deshalb für uns kein ungewöhnlicher Bruch, sondern Bestandteil einer Entwicklung, die Joomla seit vielen Jahren erfolgreich verfolgt.
Der Joomla-Maintenance-Sprint zeigt einen Teil der CMS-Entwicklung, der für normale Website-Besucher kaum sichtbar ist, langfristig aber eine große Bedeutung hat.
Mehr als 100 entfernte Deprecation-Hinweise, zahlreiche zusammengeführte Pull-Requests und eine parallel aktualisierte Entwicklerdokumentation zeigen, dass Joomla 7 bereits konkret vorbereitet wird.
Besonders positiv ist aus unserer Sicht die Vorgehensweise: Alte Funktionen werden nicht unangekündigt entfernt. Sie werden zunächst als veraltet markiert, Alternativen dokumentiert und anschließend in einer späteren Hauptversion kontrolliert aus dem System genommen.
Damit schafft das Joomla-Projekt eine Balance zwischen Abwärtskompatibilität und technischer Modernisierung.
Nach dem ersten Sprint im Juni und einem weiteren inzwischen durchgeführten Maintenance Sprint folgt im Oktober bereits die nächste Entwicklungsrunde. Joomla 7 nimmt damit Schritt für Schritt Form an – auf einer bereinigten und langfristig besser wartbaren technischen Grundlage.
Nein. Joomla 7 befindet sich in Vorbereitung und Entwicklung. Der Joomla‑Core wird bereits für die nächste Hauptversion bereinigt und verschiedene zukünftige Funktionen werden entwickelt beziehungsweise geplant. Ein verbindlicher Veröffentlichungstermin sollte erst dann zugrunde gelegt werden, wenn ihn das Joomla Projekt offiziell bestätigt.
Beim ersten Sprint am 6. Juni 2026 konzentrierte sich das Maintenance-Team auf die Entfernung veralteten Codes. Mehr als 100 Deprecation-Hinweise wurden beseitigt und über 25 Pull Requests zusammengeführt. Gleichzeitig wurde die Entwicklerdokumentation aktualisiert.
Deprecated bedeutet, dass eine Funktion zwar noch vorhanden ist, aber nicht mehr für neue Entwicklungen verwendet werden sollte. In der Regel steht bereits eine modernere Alternative zur Verfügung. Nach einer Übergangszeit kann die alte Funktion in einer späteren Hauptversion entfernt werden.
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Erweiterungen, die aktuelle Joomla‑APIs verwenden und aktiv gepflegt werden, haben grundsätzlich bessere Voraussetzungen. Vor einem späteren Wechsel auf Joomla 7 sollte die Kompatibilität aller eingesetzten Komponenten, Module, Plugins und Templates geprüft werden.
Ein unmittelbarer Versionswechsel ist derzeit nicht erforderlich. Wichtig ist, Joomla 6 und alle installierten Erweiterungen aktuell zu halten. Eine gut gepflegte Joomla Installation erleichtert spätere Upgrades erheblich.
Veralteter Code erhöht langfristig die Komplexität und den Wartungsaufwand eines Systems. Seine kontrollierte Entfernung macht den Core übersichtlicher und schafft eine bessere Grundlage für moderne APIs und zukünftige Funktionen.
Der nächste angekündigte Maintenance-Sprint ist für den 15. Oktober 2026 im Kongresshotel Potsdam geplant. Er findet unmittelbar vor der Joomla World Conference 2026 statt.
Das hängt von der Ausgangsversion, dem Template und den verwendeten Erweiterungen ab. Bei sehr alten Joomla-Installationen ist häufig eine schrittweise Migration erforderlich. Wir prüfen deshalb bei bestehenden Websites zunächst die technische Ausgangslage und entwickeln anschließend einen passenden Migrationsweg.
Sie betreiben eine Joomla-Website und möchten sicherstellen, dass Core, Erweiterungen und Template auch für kommende Joomla‑Generationen technisch vorbereitet sind? Unsere Webdesign-Agentur aus Hannover begleitet Joomla-Websites langfristig – von regelmäßigen Updates und Administration über Migrationen bis zur vollständigen Modernisierung bestehender Projekte.
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